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Vom 28. bis zum 31.1. waren wir, acht Schülerinnen und Schüler aus den 10. Klassen, im Zuge des MEP (Modell Europa Parlament) gemeinsam mit unserer Lehrerin Frau Fischer auf Berlinreise. Der Sinn des ganzen Erlebnisses ist, Jugendliche europäische Politik schnuppern zu lassen und sie für europäische Themen zu begeistern. Und um das zu erreichen, wird ganz schön aufgefahren: An zwei der vier Tage unseres Aufenthalts haben wir tatsächlich im deutschen Bundesrat getagt. Ja, der Bundesrat. Man fühlt sich einfach wichtig und politisch, wenn man im Anzug an der Security des Bundesrates vorbeigeht, wenn man im Tagungssaal am Rednerpult steht und eine Rede darüber schwingt, wie man als EU auf die amerikanischen Strafzölle gegen europäische Produkte reagieren soll. Ich möchte jetzt keinen mit Details des teils komplizierten Systems des Modell Europa Parlaments langweilen, aber eine kurze Erklärung gebe ich dennoch, damit Eltern oder Schülerinnen und Schüler, die das hier lesen und Lust auf eine Teilnahme am MEP haben, auch wissen, woran sie sind.

Im Modell Europa Parlament werden Ausschüsse gebildet, die sich mit verschiedenen Themen wie Bildung, europäischer Sicherheits- und Verteidigungspolitik oder internationalem Handel beschäftigen. In den Ausschüssen beraten Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland und aus europäischen Gastdelegationen über aktuelle Herausforderungen der EU und arbeiten als Resultat eine Resolution aus, die die Probleme darstellt, und dann Lösungsvorschläge unterbreitet. Das sind die ersten beiden Tage. Die letzten beiden Tage werden damit verbracht, diese Resolutionen im Plenum zu debattieren, hierbei werden Angriffsreden, Verteidigungsreden, Streichungs- oder Änderungsantragsreden und so weiter gehalten. Alles ist hoch offiziell. Zudem hatten wir am vorletzten Tag hohen Besuch. Daniel Günther, der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und derzeitige Bundesratspräsident besuchte uns als Schirmherr des MEPs Berlin im Bundesrat und stellte sich fast zwei Stunden unseren Fragen zu Populismus und Rechtsruck, Bildung und Klimawandel.

Ich will nicht lügen, es war nicht immer nur Spaß. Nach fünf Stunden Ausschusssitzung oder einem Tag Debatte im Plenum mit über 100 Jugendlichen ist man einfach ziemlich kaputt.
Aber das gute Gefühl, wenn die Resolution des eigenen Ausschusses durch das Plenum angenommen wird, das europäische Gemeinschaftsgefühl, als wir mit EU-Fähnchen zu einem Remix der Europahymne einen Flashmob vor dem Brandenburger Tor veranstaltet haben und Berlin insgesamt lassen einen die viele Mühe fast vergessen.
Als gesamte Erfahrung war das MEP 2019 einfach nur unglaublich, voll mit wahnsinnigen Eindrücken und einfach ein wunderschönes Erlebnis.
Milan Binger, 10b