„Ton in Ton – Objekt in Papier“: Die erste Plastik des Leistungsfaches Bildende Kunst K1

Der Ton ist auf den Bildern noch nicht ganz durchgetrocknet, so frisch ist die erste größere Tonplastik des Kunst Leistungsfaches der K1 noch.

Statt „Marmor zu Wachs“ (wie in der augentäuschenden Arbeit des barocken Bildhauers Gianlorenzo Bernini) wurde hier Ton zu Packpapier – und in das Papierknäuel eingebettet jeweils ein Gegenstand, der eine ganz andere Oberfläche und Struktur als das ihn umhüllende Papier aufweist: Zapfen von Fichten und Wellingtonien, Wurzeln, Muscheln, ein Schneckenhaus oder Seile aus grobem Geflecht… sie alle werden im Ton-Papier zu besonders hervorgehobenen Kunst-Gegenständen. 

Somit thematisiert die Arbeit auf mehreren Ebenen Materialgegensätze: einerseits zwischen dem weichen, formbaren Ton und dem scharfkantigen, geknüllten Papier, andererseits zwischen den kubischen Formen der Hülle und den organischen Naturformen der eingebetteten Gegenstände.  

Von jeder Plastik werden hier zwei Ansichten gezeigt – eine einzige Ansicht würde der Vielseitigkeit der Arbeiten nicht gerecht, die immer neue Überraschungen für die Betrachtenden bereithalten, die sie von allen Seiten anschauen.  

Claudia Bahmer