Modell Europaparlament 2026 Berlin

Wir, eine Gruppe von neun Schüler*innen und einer Lehrkraft, sind vom 14.03. bis zum 19.03. fünf Tage im Rahmen des deutschlandweiten Modells Europa Parlament in Berlin gewesen.

In diesen fünf Tagen haben wir viele unvergessliche Erfahrungen gesammelt und viel Neues gelernt. Nicht nur über die Funktionsweise der EU und einige der wichtigsten Themen, mit denen Sie sich beschäftigt, sondern auch über gemeinsames Arbeiten,
Kompromissbereitschaft und Zusammenhalt in den Ausschüssen.

Nachdem wir aufgrund besonders guter Leistungen im schulinternen MEP ausgewählt worden waren begannen wir im Januar mit den ersten Vorbereitungen. Wir verteilten die verschiedenen Themen, mit denen sich jede*r über diese Zeit in den Ausschüssen verstärkt beschäftigen sollte und bereiteten einen kurzen Sketch zur Vorstellung des Bundeslands Baden-Württemberg vor.

Dann war der Tag der Anreise auch schon da, wir trafen uns früh morgens am Stuttgarter Hauptbahnhof, um gemeinsam den ICE zu nehmen und kamen mittags in Berlin an. Als wir am Jugendgästehaus ankamen warten dort schon einige der insgesamt 16
Delegationen aus ganz Deutschland, welche als Vertreter*innen jedes Bundeslands ein Land der EU repräsentieren und einige Gastdelegationen aus dem Ausland, welche jeweils ihr eigenes Land vertreten.

Nach einem ersten gemeinsamen Mittagessen fanden wir uns in den Ausschüssen zusammen, um sowohl unsere Mitdelegierten als auch unsere Ausschussvorsitzenden richtig kennen zu lernen und einen Sketch zur Vorstellung des Ausschussthemas vorzubereiten. In den Ausschüssen verflog die Zeit förmlich und bald trafen wir uns schon alle wieder im Festsaal zum gemeinsamen Abendessen mit anschließender Vorstellung der äußerst gelungenen Sketche der Delegationen und der Ausschüsse.

Am Sonntagmorgen begannen wir bereits um 9:00 Uhr mit der Ausschussarbeit zur Erarbeitung der Probleme innerhalb der EU in den spezifischen Themenbereichen, stellten diese fertig und fingen schon mit dem Brainstorming zu Lösungsvorschlägen an. Am Abend blieb dann Zeit die Stadt zu erkunden und mit verschiedenen Schüler*innen aus ganz Deutschland sowie aus Tschechien, Österreich, Luxemburg und den Niederlanden ins Gespräch zu kommen.

Auch am Montag arbeiteten wir in den verschiedenen Ausschüssen an den Resolutionen, verteilten Reden für die anstehende Plenardebatte am nächsten Tag und konnten die fertigen Resolutionen am Abend im gemeinsamen Lobbying einander vorstellen. Danach folgte die Erarbeitung einer Verteidigungsstrategie in den Ausschüssen und für einige das Schreiben der Reden für den nächsten Tag.

Nach einer kurzen Nacht konnten wir am Dienstagmorgen mit der Debatte über die verschiedenen Resolutionen beginnen. Für diese hatten wir die einzigartige Möglichkeit, den Plenarsaal des Bundesrates zu nutzen und im Bundesfinanzministerium zu Mittag zu essen. Nach einem langen, anstrengenden aber auch durchaus spannenden und lehrreichen Tag verbrachten wir den späten Nachmittag in Berlins Innenstadt und aßen dort zu Abend, bevor einige die Vorbereitung auf den zweiten Teil der Plenardebatte am nächsten Tag fortsetzten.

Die Debatte begann am Mittwoch wieder im Bundesrat. Hier hatten wir am Morgen aber zunächst die spannende Möglichkeit, eine Fishbowl-Diskussion mit zwei Abgeordneten des Bundestages zu führen. Anschließend debattierten wir über drei weitere der über die vergangenen Tage entstanden Resolutionen. Nachdem am Nachmittag dann alle Resolutionen besprochen und entweder angenommen oder abgelehnt worden waren hatten wir den größten Teil unserer Zeit in Berlin bereits hinter uns und verbrachten den Rest des Tages in der Stadt an der Spree oder in Parks und genossen die freie Zeit und das gute Wetter.

Am Abend nach einem Besuch der Dachterrasse und der Glaskuppel des Bundestages begann dann der schwierigste Teil des MEPs und zwar das Abschiednehmen, denn einige Delegationen reisten bereits am Mittwochabend ab.

Auch wir verließen Berlin am Donnerstagvormittag mit vielem neu Gelernten, einem neuen Verständnis für die Wichtigkeit der Europäischen Union, den Wert von politischem Engagement und Demokratie und vor allem unvergesslichen Erinnerungen und neuen
Freundschaften.

Wir appellieren an alle, diese einmalige Möglichkeit wahr zu nehmen und sich für Demokratie einzusetzen, durch Engagement sowohl beim schulinternen als auch im nationalen MEP, denn der Weg endet nicht in Berlin, sondern geht weiter zum Beispiel nach Brüssel, Straßburg, Wien, Prag oder Luxemburg um dort im internationalen Raum Deutschland zu vertreten. Zur diesjährigen Nominierung für das internationale MEP gratulieren wir Luk Borst recht herzlich.

Wir bedanken uns bei allen, die diese Erfahrung möglich gemacht haben, insbesondere bei Herrn Sedlak und dem Organisationsteam des MEP dafür, dass wir bei diesem 27. Nationalen Modell Europa Parlament dabei sein durften.

Phillip Sedlak (Lehrer/Begleitperson), Simon Oexel (Ausschussvorsitzender), Leander Fleckenstein, Richard Duve, Malte Gebauer, Florian Lanka, Luk Borst, Max Bornträger, Levin Fleckenstein, Julia Stahl

Von Julia Stahl