Une journée à Strasbourg – der Basiskurs Französisch verreist für einen Tag!

Wer heute den jahrgangsübergreifenden Basiskurs im Fach Französisch besucht, der war möglicherweise noch nie mit der Schule in Frankreich: Die Covidbeschränkungen haben auch in den ersten Lernjahren unserer Kursstufenschüler*innen ihre Spuren hinterlassen… auch wenn zum Glück unser Austausch mit Saint-Brevin-les-Pins mittlerweile wieder aufgenommen werden konnte.

Um das intensive Lernen der schönsten Sprache der Welt (jedenfalls in unseren Augen…) für die Schüler*innen des Basiskurses nun wenigstens zum Ende der Schulzeit durch echtes Erleben im Land noch anschaulicher zu machen, ergriffen wir am 10. Juni kurzerhand die Gelegenheit und fuhren mit sehr großzügiger Unterstützung durch die Schulfamilie über die Grenze ins Elsaß, genauer ins kosmopolitische Straßburg.

Da wir schon zwei Stunden vor Öffnung jeglicher Museen und Geschäfte dort ankamen, begann der Tag nach einer heiteren Zugfahrt mit einem französischen Frühstück aus der Bäckerei; Croissants, Pain au chocolat, Chocolat chaud oder ein Café au lait schmecken nur 152 km von Stuttgart entfernt tatsächlich ganz anders!

Wie die Fotos zeigen, kamen Geschichte und Kultur an diesem Tag nicht zu kurz: das beeindruckende Straßburger Münster, das über mehr als 250 Jahre (1176 – 1439) hinweg gebaut wurde, zog uns vielseitig in seinen Bann. Wir waren unter den ersten Besucher*innen, die an diesem Tag über 330 Stufen die 66 Meter hohe Aussichtsplattform erklommen, um dort nicht nur einen fantastischen Blick über die Stadt zu haben und die unwahrscheinliche Leistung der mittelalterlichen Baumeister zu bewundern – vor allem entdeckten wir auch Spuren von Besucher*innen vergangener Jahrhunderte, die ihren Namen dort oben hatten einmeißeln lassen. Der Abstieg eröffnete uns einen ungewöhnlichen Blick auf die Baukonstruktion und die vielen – auch noch in großer Höhe sehr feinen – figürlichen Details in der Bauplastik der Kathedrale. Im Innern beeindruckten uns die ausgefeilte Gewölbetechnik, die wunderschöne Fensterrose an der Eingangsfront und bauplastische Besonderheiten wie der Engelspfeiler oder die gigantische astronomische Uhr aus dem 16. Jahrhundert, die den Besucher*innen täglich um 12.30 Uhr mit einem bewegten Figurenspiel ein ungewöhnliches Schauspiel bietet.

Bis zum Europäischen Parlament kamen wir noch vor dem Mittagessen im Rahmen einer einstündigen Stadtrundfahrt mit dem Boot, die uns von der Altstadt in die Neustadt und schließlich in Parlamentsviertel führte. Danach war unser Flammkuchenhunger sehr groß – das kleine Restaurant „La Fignette“, das wir nach einem Spaziergang durch das mittelalterlichen Zentrum ansteuerten, hat uns in keiner Weise enttäuscht. Dort gab es übrigens auch Spätzle und Choucroute (also elsäßisches Sauerkraut) …   

Vermutlich wollte das Wetter uns nach dem Essen rasch ins nächste Museum treiben, denn kurz nachdem wir „La Fignette“ verließen, begann es in Strömen zu regnen… sehr nass erreichten wir den Palais Rohan (erbaut zwischen 1731 und 1742 im Auftrag des Kardinals Armand Gaston Maximilien de Rohan-Soubise), Residenz der Straßburger Fürstbischöfe und im Jahr 1770 „Reiseunterkunft“ für die österreichische Prinzessin Maria Antonia auf dem Weg zu ihrem Gatten, dem letzten französischen König Louis VXI; dass die junge Braut als spätere Königin Marie Antoinette dann auf andere Weise ihren Kopf verlieren sollte, war noch nicht absehbar, als sie in den prächtigen Gemächern des Palais Rohan verweilte. Unsere Bilder zeigen einige Eindrücke aus diesem Barockpalast – heute sind dort drei Museen untergebracht, von denen wir alle das Kunstgewerbemuseum in Erdgeschoss und – in einer kleineren Auswahl – das kleine, aber sehr erlesene Kunstmuseum im ersten Stock besuchten (während der Rest unserer Gruppe Escargots (Schnecken) probierte… ).

Nach dem Regen blieb leider keine Zeit mehr für einen eigentlich auch noch von uns ins Auge gefassten Besuch des Musée Tomi Ungerer, der größten Sammlung des Werkes des berühmten Karikaturisten und Weltbürgers, der ebenfalls aus Straßburg stammt. Dafür rundete ein weiterer Stadtrundgang in der Abendsonne unseren langen, ereignisreichen Tag in unserem Nachbarland ab.

Wir danken der Schulfamilie sehr herzlich für ihre großzügige Unterstützung dieser Frankreichfahrt, durch sie wurde dieser Tag erst möglich. 

Merci de nous tous (Danke von uns allen)!

Claudia Bahmer