„Venite!“ Trier 2026

„Venite!“ So forderte der Gladiator uns, die Lateinklassen 7ABCD, im Amphitheater auf, ihm zu folgen. Doch  wie waren wir eigentlich nach Trier gekommen?

Los ging’s mit dem Bus am Mittwoch (9.7.2026) um 8 Uhr am Hegel. Einen Zwischenstopp legten wir in Scharzenacker im Saarland ein. Hier, an der Kreuzung zweier römischer Fernstraßen, befand sich einst eine römische Kleinstadt, von der man ein paar Straßenzüge besichtigen kann. Wir haben hier antike Kühl-Tricks bewundert, leckeres römisches Essen gekocht und verkostet. Außerdem führten wir eine Ausgrabung durch, für die wir wie echte Archäologen alles genau protokollieren mussten. Der Lohn? Eine Säule, ein steinerner Schmuck-Pinienzapfen und viele Scherben. Danach fuhren wir weiter nach Trier, checkten in der Jugendherberge ein, erkundeten in einem Spaziergang die Umgebung und übersetzten nach dem Abendessen gemeinsam ein paar Texte über Trier.

Am Donnerstag beeindruckte uns die Porta Nigra mit ihren großen schwarzen Steinen und natürlich mit der Tatsache, dass sie über 1800 Jahre alt ist. Außerdem versteckt die Porta Nigra viele Geheimnisse in sich: Wie die Römer bauten, dass sich ein Mönch in ihr jahrelang einmauern ließ, dass sie einmal eine Kirche war. Schließlich steht ganz oben in einem Turm, von dem man eine tolle Aussicht hat, ein 3D-Modell des römischen Triers, das man direkt mit der aktuellen Stadt vergleichen kann.

 

So sieht man direkt, dass schon bei den Römern hinter der Porta Nigra eine Hauptstraße in die Stadt hineinging, die jetzige Simeonstraße. An ihren beiden Seiten finden sich heute viele Sehenswürdigkeiten: Das Geburtshaus von Karl Marx, das Dreikönigshaus mit seinen schicken Verzierungen und dem Eingang im 1. Stock, die Judengasse, der Marktplatz mit vielen Läden und barocken Gebäuden wie das rote Haus, das Marktkreuz und der prächtige Petrusbrunnen, den Figuren wichtiger Tugenden wie der Klugheit verzieren. Direkt am Markt liegt versteckt die Kirche St. Gangolf und der Frankenturm, ein massiver Wohnturm aus dem Mittelalter. Schließlich besuchten wir die Konstantinbasilika. Sie war einst der Thronsaal der römischen Kaiser und ist immer noch so groß, dass die Porta Nigra locker reinpasst: ein gewaltiger Anblick.

Nach einer Mittagspause, die manche nur für Essen, andere für Shoppen, wieder andere für beides genutzt haben, besuchten wir das Rheinische Landesmuseum. Hier kann man alte Grabsteine der Römer (sogar eine richtige Gräberstraße!) und den Trierer Goldschatz mit über 2.500 römischen Münzen sehen. Abends haben wir im Amphitheater bei einer spannenden Schauspiel-Führung vom Gladiator Valerius erfahren, wie es früher dort ablief.

Nach der Mittagspause (Aktivitäten: siehe oben) gab es eine echte Premiere: Noch nie zuvor hatten „Hegelianer“ die „Schatzkammer“ besucht, die Museumsräume des Trierer Stadtarchivs. In einer Führung konnten viele alte Bücher und Bibeln aus dem frühen und späten Mittelalter betrachten. Highlights waren eine originale Gutenberg-Bibel (also das erste Buch, das mit moderner Druck-Technik hergestellt wurde) und zwei riesige Erd- und den Himmelsglobus.

Die Schatzkammer hat einen weiteren Vorteil: Sie ist klimatisiert! Dadurch besitzt sie eine Gemeinsamkeit mit den spätantiken Kaiserthermen. Warum? Die Kaiserthermen sind nicht nur eine der größten römischen Badeanlagen nördlich der Alpen. Als Besucher kann man in das weitverzweigte und kühle (!) Tunnelsystem steigen, das früher als Heizsystem fungierte. Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen bei über 30°C im Schatten! Am Abend haben bei in einem Trier-Activity noch einmal alle Erlebnisse Revue passieren lassen.

Am Samstag ging es zurück. Auf dem Rückweg machten wir bei zwei römischen Villen Halt. In der Villa Nennig kann man heute noch ein Mosaik über römische Gladiatoren betrachten, das gerade so in die Hegel-Mensa passen würde. Die Villa Borg ist sogar in großen Teilen rekonstruiert, sodass man das prächtigen Herrenhaus mit seinem kleinen Spa-Bereich (also der Therme) begehen kann. Mittagspause machten wir am Baumwipfelpfad bei der Saarschleife (also diesmal kein Shoppen) und rauschten dann zurück zum Hegel.

Vielen Dank an unseren Busfahrer für die Navigation und an Herrn Hanstein und Frau Kupke für die Organisation und Begleitung. Denn auch wenn am Samstag unsere Kräfte und unser Datenvolumen (fast) am Ende waren, so ist das vielleicht das beste Zeichen für eine echt gelungene Trier-Fahrt. (Schüler der 7ABCD)